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D 2060/2061 PARIS – LINDAU

Diesem Zug sei aufgrund seiner extrem turbulenten Geschichte ein Extrakapitel gewidmet.


1979
Schon damals  fuhr in der Zeitlage des heutigen RE 4745 ein D 2061 Straßburg nach Konstanz, der folgende Kurswagen besaß:


 

Wagen

Von

Bis

Eigentümerbahn

Bm

Strasbourg

Konstanz

DB

BDms, ABvmz

Paris

Konstanz

SNCF

2*Bm, Bc

Paris

Lindau

SNCF

ABvmz

Paris

Graz

ÖBB


Dieser Zug war der letzte internationale Zug auf der Schwarzwaldbahn. Ursprünglich war er für die französischen Streitkräfte in Österreich gedacht, doch nachdem die abgezogen waren, blieb der Zug noch als Überbleibsel übrig.
 
 
1988
Noch 1988 fuhr der D in dieser Relation, doch bereits ein Jahr später war er auf den Laufweg Paris-Offenburg beschränkt. Stattdessen fuhr auf der Schwarzwaldbahn ein InterRegio 1571 von Karlsruhe gen Konstanz.
 
 
1991/92
Nun bestand der Zug aus 7-8 IR-Wagen, wurde bis Ludwigshafen(Rhein) verlängert und hatte die neue Nummer IR 2371.
 
 
1992/93
In diesem Jahr bekam er bei gleichem Laufweg die neue Nummer 2471.
 
 
1994
Im darauffolgenden Jahr wurde der Laufweg extrem verkürzt, er fuhr nun als IR 2471 zwischen Offenburg und Konstanz. Bis Offenburg bildete die 4-Wagen-Garnitur (der Rest nächtigte in Konstanz) den letzten talwärts fahrenden IR. Sie fuhr am nächsten morgen einen Eilzug (heute undenkbar) Offenburg-Hausach-Offenburg, bevor sie wieder nach Konstanz startete. Bisher hatten diese Züge ein Bistro-Café und galten laut Kursbuch als gut besetzt ('Reservierung empfohlen'). Doch schon zum Sommerfahrplan 94 kamen durch eine erneute Verschlechterung Zweifel auf: Der Zug fuhr wegen fehlendem Bistro u. 1. Klasse als zuschlagfreier IR.

 
1995
Aber es ging weiter bergab: Durch den neuen abendlichen IR 2380 Konstanz-Stuttgart gelangte die bisher für den IR gedachte Garnitur ab Sommer 1995 nicht mehr nach Offenburg, sondern fuhr über Rottweil ins Schwabenländle. Stattdessen hat man die letzten beiden InterRegio zusammengelegt (anstatt Abfahrt 21:20 und 22:24 Triberg, nun Abfahrt 21:56) und hängte in Offenburg 2-3 Bim ab, die am nächsten morgen den IR fuhren. Aufgrund des nun fehlenden Bistros und der 1. Klasse deklarierte man den Zug um; er fuhr nun mit Berliner IR-Wagen als D 1671 bergwärts. Somit war dies nach langer Abstinenz der erste, wenn auch nicht klassische, Schnellzug, der sich auf die Höhen des Schwarzwalds wagte. Leider fuhr der Schnellzug im Winter (22.10. – 31.03.) nur noch an Mo-Sa.
 
 
1996
Im nächsten Jahr blieb alles gleich, bis daß man dem Zug die neue Nummer 2971 verpaßte und er im Sommer- mit Hamburger, im Winterfahrplan mit Karlsruher IR-Wagen gefahren wurde.
 
 
Sommer 1997
Der Zug fuhr nun als RegionalExpreß mit Kasseler IR-Wagen. Die Wagen wurden auch weiterhin dem abendlichen IR Konstanz-Karlsruhe in Offenburg abgehängt und gingen am nächsten Tag wieder vereint zurück nach Hannover.
 
So sah das "Zuglaufschild" des letzten Schnellzugs D 2971 im Offenburger  Hauptbahnhof seinerzeit aus:

 


Winter 1997 

Aufgrund des IR-Wendezugeinsatzes verschwanden die IR-Wagen aus diesem Zuglauf. Stattdessen setzt die Deutsche Bahn AG InterCity-Wagen der Schweizer Bundesbahnen (SBB) ein. Diese unklimatisierten 2 Bpm liefen tagsüber als Verstärkerwagen in den D/IC 385/388 zwischen Singen (Hohentwiel) und dem italienischen Chiasso. Mit dem abendlichen RE 15668 gelangen sie von Singen nach Offenburg, um am kommenden morgen mit einer 110 die Schwarzwaldhöhen zu erklimmen.
 
 
Ende der Neunziger
Nach dem kurzen SBB-Gastspiel wurde der Zug nun in den normalen Umlaufplan der Nahverkehrswagen eingebaut und verkehrte seither mit gewöhnlichen RE-Wagen und einer 110.
 
 
Resümee
Der Zug Abfahrt Offenburg 7:00 Uhr verlor in 15 Jahren sage und schreibe 6 Wagen und schrumpfte von Langstrecken- auf 4 Kurzstreckenwagen! Es besteht zwar immer noch eine (mehr oder weniger) Nachtverbindung von Paris nach Konstanz/Lindau, jedoch muß man in Strasbourg
, Offenburg und Radolfzell umsteigen, zudem benötigt man wesentlich länger.

 

Wagenabkürzungen hier.