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SONDERSEITE zur Räder-Problematik 2022

 

Nachdem der Verkehr seit Donnerstag (30.06.22) auf der Bergstrecke zwischen Hausach und St. Georgen bis Ende August eingestellt war, wird seit dem 27.08.22 wieder zumindest zweistündlich zwischen Offenburg und Konstanz gefahren. Zwar habe sich die Abnutzung offenbar deutlich reduziert, allerdings fehlen noch immer massiv Räder (insbesondere auch bei den Lokomotiven), sodaß der Zweistundentakt mal bis auf weiteres alternativlos ist (zumindest aus Bahnens Sicht). Ergebnis der umfangreichen Messungen sei auch, daß die gefahrene Geschwindigkeit irrelavant sei, sodaß seit September wieder mir Regelgeschwindigkeit gefahren wird.

Aktueller Bericht des SchwaBo. Bericht vom September.

 

Vom 25. Juni bis zum Ende der BW-Sommerferien gab es am Wochenende Verstärkerzüge zwischen Offenburg und Konstanz  (morgens an den See, abends zurück). Gefahren wurden diese Züge von den SBB mitt Flirt-Triebwagen.

 

 

Rückblick:

Keine zehn Tage, nachdem man im März 2022 vom Corona-Fahrplan in den Regelfahrplan gewechselt ist, fuhren auf der Schwarzwaldbahn die Züge zwei Monate lang wieder nur im 2-Stunden-Takt. Nachdem es zuvor schon wahrlich nicht rund lief (Ausfälle, Verspätungen, deutlich verkürzte Garnituren), zog man die Reißleine. Schuld sind vermehrt abgefahrene Räder, die quasi zur reihenweisen Abstellung von Wagen und Loks führten. Man fahndet intensiv nach der Ursache.

Als möglicher Verursacher könnte die große Gleiserneuerung 2021 gelten:

- Eine Möglichkeit wäre, daß die Schienen härter als früher sind. DB Netz ging die letzten Jahre dazu über, kopfgehärtere Schienen einzusetzen, da man hoffte, diese könnten den bei modernen Drehstromfahrzeugen den auftretenden Kräften besser standhalten. Auf der kurvenreichen Schwarzwaldbahn könnte sich der gewünschte Effekt negativ auf die Fahrzeuge auswirken. 

- Es kam aber auch schon der Gedanke auf, daß die neuartigen Betonschwellen ursächlich sein könnten; diese könnten nämlich die in Kurven auftretenden Kräfte weniger gut verarbeiten.

- Eine weitere Idee könnte sein, daß die Schienen heuer wenige Milimeter enger verlegt werden als früher. Im Verbund mit den eben genannten Betonschwellen könnten die auf der Bergstrecke auftretenden Kräfte schlechter abgeleitet werden.

 

Unschwer zu erkennen sind die vielen "könnte" und "wäre" in meinem Text. Dies sind letztendlich alles Mutmaßungen - die wahre Ursache kennt aktuell wohl niemand so recht. Sie wird wohl auch erst später ans Tageslicht kommen. Sicher ist auf jeden Fall:  Daß der Stahl für die Doppelstockwagen-Räder aus Mariupol kam, macht die Sache nicht einfacher...

 

Ende Mai 2022 ging man dann (im Hinblick auf das 9€-Ticket) wieder zum Stundentakt über, setzte die Geschwindigkeit (wie bereits ab März) auf der Bergstrecke abermals auf 50km/h herunten und drehte die Garnituren (Steuerwagen gen See), um eine gleichmäßige Abnutzung zu erreichen. Doch durch die deutllich verringerten Wartungsintervalle und die weiterhin zu hohe Abnutzung standen dauerhaft nicht genügend "eigene" Fahrzeuge zur Verfügung, sodaß der DB nichts anderes übrig blieb, als verkürzte Züge einzusetzen, mit geliehenen Dostos zu fahren (andere Werke, Gebrauchtzug) oder Desiro-HC-Triebwagen aus dem Rheintalnetz an den Bodensee zu schicken (da nur bestimmte Einsatzstellen die Triebzüge fahren können, kommt dies nur in Notfällen vor). Aber auch diese ganzen Maßnahmen konnten bisher nicht verhindern, daß quasi täglich ganze Umläufe komplett ausfielen und insbesondere rund ums Wochenende auch mal ganz ordentliche Verspätungen eingefahren werden.

Zum 25. Juni 2022 wurde dann überraschend wieder der altbekannte 2-Stunden-Takt zwischen Offenburg und Konstanz eingeführt. Außerdem wird zwischen der Üst Schloßberg und St. Georgen bergwärts im Gleiswechselbetrieb gefahren. Diese Maßnahmen galten dann bis zum Mittwoch (29.06.22).

Am 26,  Juni wurde der DB-Regionalverkehr auf der Bergstrecke zwischen Hausach und St. Georgen eingestellt! Als Grund für diese beispiellosen Maßnahmen wurde genannt, daß die Abnutzung der Räder trotz aller Maßnahmen noch immer viel zu hoch ist und der DB so langsam aber sicher die Räder ausgehen. Lediglich ein morgendliches Zugpaar wurde zur Werkstattanbindung an Mo-Fr noch durchgefahren (RE 4705/4706), außerdem die Wochend-InterCities sowie die SBB-Verstärker an Sa und So (siehe unten). Zwischen Hausach und St. Georgen wurde  ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Ab Ende Juni fanden dann umfangreiche Schleifarbeiten statt, die aber bei weitem nicht den erhofften Erfolg brachten, der Abrieb ist noch immer viel zu hoch, sodaß der Schienenersatzverkehr bis Ende Juli verlängert wurde. Zwischen Juli und Mitte August waren zwei Schienenfräsen unterwegs, die  "mal so richtig ranklotzten", danach fanden wieder Testfahrten statt, die wohl recht erfreulich ausgingen (auch wenn die Schienen nun so "runter" seien, daß man eigentlich die nächste Gleiserneuerung schon wieder für die nächsten Jahren ansetzen kann...). 

 

 

Presseberichte.